Sonne in Fisch (19.2. – 20.3.)

„Ich-Verwirklichung schaut anders aus“

Es ist schwer, über dich zu schreiben! Denn Verschwiegenheit ist ja eine markante Eigenschaft von dir und dich zu kennen, fällt nicht einmal den Personen leicht, die dir nahestehen, obwohl die dich ja gut kennen müssten. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Da ist um dich herum immer eine kleine geheimnisvolle Hülle, die meist ganz verbirgt oder verklärt, wer du tatsächlich bist. Ja, fast jeder erkennt dich an deiner Hilfsbereitschaft, an deiner mitfühlenden, sensiblen und phantasievollen Art, aber kaum, dass man meint dich erfasst zu haben, entschlüpfst du wieder mit einem leisen Lächeln. So stehst du vielleicht öfter im Hintergrund und amüsierst dich, wie sich die anderen quälen, endlich im Mittelpunkt zu stehen. Zahlt sich dieser Kampf denn wirklich aus, wenn ich schon im Voraus weiß, wie er enden wird. Da ist die letzte Reihe, der Rückzug aus der Hektik des Geschehens, schon viel mehr dein Geschick. Die Menschen, die dich brauchen, kommen ja sowieso zu dir. Die musst du nicht suchen. Denn was im Leben erzwungen werden muss, ist für dich schon gar nichts wert. Doch diese noble Haltung hat auch seine Tücken! Denn gelegentlich muss man im Leben doch die Initiative ergreifen, will man nicht selbst zum Opfer werden. Aber leider ist es so, dass es für dich in vielen Fällen leichter ist, dich nicht durchzusetzen, sondern wieder einmal in deine Traumwelt zu flüchten. Das fühlt sich für dich wärmer an. Und dass du trotz deines in vielen Fällen bewährten Fluchtverhaltens von allen anderen gebraucht wirst, erlebst du wirklich jeden Tag aufs Neue. Aber was soll’s: Du hast auf jeden Fall ein großes Herz, ein Erbarmen und ein Mitgefühl mit diesen vielen Menschen, denen es nicht wirklich gut geht – und bevor du denen nicht geholfen hast, kannst du in der Regel deine eigenen geheimen Wünsche nicht verwirklichen. Aber in Wirklichkeit und in Anbetracht der Ewigkeit ist das eigene Ich ja auch wieder nicht so wichtig.